Wenn der ehemalige Vertriebspartner zum Feind wird

Haben Sie Partner im Ausland, die den Vertrieb Ihrer Produkte dort übernehmen? Oftmals denkt man dann nur daran, Zahlungs-, Liefermodalitäten und ähnliches zu regeln. Ganz wichtig ist aber auch eine Regelung zum Umgang mit eigenen Marken und Domains.

Natürlich kann und soll der Partner vor Ort mit den Marken werben können und evtl. auch eine eigene Webseite unterhalten, um so den Absatz der Produkte zu erhöhen. Im Idealfall haben Sie vor Ort Ihre Marke bereits registriert. Wenn nicht, dann sollten Sie spätestens jetzt noch einmal überlegen, ob hierfür nun ggf. der richtige Zeitpunkt ist.

Egal ob Sie eine Neuanmeldung erwägen oder nicht, in jedem Fall sollten Sie eine Regelung mit Ihrem Vertriebspartner im Hinblick auf die Nutzung von Marken und Domains im Vertriebsgebiet treffen. Wir beobachten leider immer wieder, dass die Vertriebspartner selbst unautorisiert Markenanmeldungen vornehmen. Das kann man ihnen manchmal auch gar nicht verübeln, denn auch Ihre Partner müssen bei fehlender Markenanmeldung mit dem Risiko leben, dass sie die Produkte ggf. nicht mehr vertreiben können, wenn ein Dritter eine Markenanmeldung vornimmt und die Nutzung damit sperrt.

Solange es zwischen Ihnen und Ihrem Vertriebspartner gut läuft, ist das alles auch nicht problematisch. Aber was passiert, wenn man die Zusammenarbeit beendet, vielleicht sogar einen neuen Vertriebspartner engagieren möchte? Dann wird der „Freund“ ganz schnell zum „Feind“. Nun kann nämlich Ihr enttäuschter ehemaliger Vertriebspartner die Nutzung der Marke sperren und Sie bzw. Ihren neuen Vertriebspartner faktisch vom Markt ausschließen. Sie können dann noch versuchen, eine Löschung der Markenanmeldung wegen missbräuchlicher und bösgläubiger Registrierung zu erreichen… oftmals ein sehr schwieriges Unterfangen mit wenig Erfolgsaussichten.

Deshalb ist es wichtig, von Anfang an, eine Vereinbarung zu treffen, die Ihren Vertriebspartner vor Ort hindern ohne Ihre Zustimmung Ihre Kennzeichen selbst als Marken registrieren oder Domains anzumelden. Das gilt auch für Partner, mit denen Sie ggf. schon länger zusammen arbeiten, wenn eine solche Regelung bislang nicht getroffen wurde. Ist eine Anmeldung schon erfolgt, machen Sie die Übertragung auf Ihr Unternehmen zur Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit und versprechen Sie im Gegenzug z.B. eine kostenlose (aber widerrufliche) Lizenz. Oder vereinbaren Sie, dass spätestens bei Beendigung der Zusammenarbeit die Marke an Sie übertragen wird.

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